Fohlenreise 2026
Wenn die Fohlenreise des IPZV Westfalen-Lippe auf der Feenhöhe Station macht, ist das für uns immer ein besonderer Tag. Seit mehr als drei Jahrzehnten begleitet uns die Islandpferdezucht mit all ihren schönen Momenten, Überraschungen, Herausforderungen und vor allem mit der Freude, die Entwicklung der eigenen Zucht über Generationen hinweg beobachten zu können.
In diesem Jahr wurden insgesamt 8 Fohlen vorgestellt: vier Hengst- und vier Stutfohlen, davon sechs aus eigener Zucht. Als Richter durften wir dieses Jahr Christian Rauer begrüßen, der mit fachmännischem Blick und sehr transparenter Benotung unseren Jahrgang unter die Lupe nahm.
Hengstfohlen
Bei den Hengstfohlen konnte Rakni von der Feenhöhe mit einer Gesamtnote von 7,94 überzeugen. Der junge Braunschecke stammt aus der Álfasteinn-Tochter Dögun vom Wiesenhof und ist ein weiterer Sohn von Ragnar vom Lindenhof.
Ragnar begleitet unsere Zucht schon seit einigen Jahren, und seine Nachzucht zu beobachten, ist für uns besonders spannend. Dass seine Kinder immer wieder mit guten Bewertungen auffallen, hat sich bereits mehrfach gezeigt. Bei der westfälischen Fohlenbeurteilung 2022 wurde beispielsweise Raggi von der Feenhöhe, ebenfalls ein Sohn des Ragnar, mit 8,27 bewertet und führte damit die Hengstfohlen seines Jahrgangs an. Auch in den folgenden Jahren konnten Ragnar-Nachkommen gute Platzierungen erreichen.
Für uns ist dabei weniger ein einzelnes Ergebnis entscheidend als die Entwicklung über mehrere Jahrgänge. Natürlich ist jedes Fohlen anders, denn die Mutter bringt immer ihre eigenen Eigenschaften und Gene mit. Trotzdem kann man mit der Zeit bestimmte Qualitäten erkennen, die sich in der Nachzucht wiederholen. Gerade diese langfristige Beobachtung macht für uns einen großen Teil der Zucht aus.
Auf den Auftritt von unserem Ívi von der Feenhöhe haben wir uns auch besonders gefreut. Sein auffallend weißes Erscheinungsbild macht ihn natürlich zu einem echten Blickfang. Mit einer Gesamtnote von 7,92 zeigte er aber auch, dass hinter der besonderen Farbe mehr steckt.
Ívis Vater ist Indy vom Recherbusch. Von ihm kommt die interessante Farbgebung im Sinne von „Maximum White“, und auch Ívis mutiger Charakter erinnert uns sehr an seinen Vater. Seine Mutter Fluga von der Feenhöhe bringt wiederum viel Bewegung und das Temperament mit. Fluga liegt uns besonders am Herzen, denn auch ihre eigene Geschichte gehört zur Entwicklung unserer Zucht. Sie stammt von Flugsael vom Vindstaðir aus einer Ragnar vom Lindenhof – Mutter mit Álfur frá Selfossi in der weiteren Abstammung. Schon als Fohlen hat Fluga uns mit ihrem großen Rahmen, ihrer Gangstärke und ihrem schönen Tölt überzeugt. Damals erhielt sie eine Gesamtnote von 8,18 und war damit das drittbeste Stutfohlen Westfalens.
Stutfohlen
Bei den Stutfohlen waren wir dieses Jahr besonders gespannt, wie sich unsere Doris von der Feenhöhe präsentiert. Sie hatte uns gleich vom ersten Tag mit einer außergewöhnlich guten Gangqualität beeindruckt und wir hofften, dass sie diese auch zeigen kann. Christian Rauer reihte sich sehr schnell in unseren Doris-Fanclub ein und er benotete sie mit 8,00 für das Exterieur, 8,10 für den Charakter sowie 8,00 für Gänge und Bewegungen.
Auch bei Doris können wir wieder auf eine Stutenfamilie zurückblicken, die wir sehr schätzen. Ihre Mutter Dísa von der Feenhöhe stammt von Fláki frá Lysholm aus der Lukku-Láki Tochter Dalia frá Hellu Mutter. Dísa selbst wurde als Fohlen mit einer Gesamtnote von 8,15 bewertet.
Für uns ist es immer wieder spannend, solche Entwicklungen zu sehen. Man erinnert sich an die Großmutter und Mutter als junges Fohlen und erlebt einige Jahre später die nächste Generation. Es ist sehr interessant zu sehen, welche Eigenschaften sich wiederfinden und welche neuen Facetten durch die jeweilige Anpaarung entstehen.
Wenn wir auf die Prüfung zurückblicken, bleiben für uns also nicht nur die Noten im Kopf. Viel wichtiger sind die Pferde selbst, ihre Entwicklung und die Geschichten, die hinter ihnen stehen. Seit mehr als 30 Jahren begleitet uns die Zucht. In dieser Zeit haben wir gelernt, dass man zwar planen und gezielt anpaaren kann, dass ein Fohlen aber immer auch seine eigene Überraschung mitbringt. Genau das macht es so spannend.
Die Fohlenreise gibt uns Züchtern dabei eine wunderbare Gelegenheit, diese jungen Pferde zu zeigen und gleichzeitig einen Blick auf die Entwicklung unserer Zucht zu ermöglichen. Für uns ist es schön zu sehen, dass Pferde, die wir selbst vor Jahren als Fohlen vorgestellt haben, heute als Eltern ihrer eigenen Nachzucht wieder in Erscheinung treten.
Sechs Fohlen waren es in diesem Jahr auf der Feenhöhe. Für uns stehen dahinter sechs kleine Geschichten und gleichzeitig viele Jahre Zuchtarbeit. Genau das macht für uns die Islandpferdezucht so besonders: Man denkt nicht nur an den heutigen Tag, sondern immer auch an die nächste Generation.
Ein großer Dank geht auch wieder an alle lieben Menschen, die uns an diesem Tag unterstützt haben!






